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Dieses Glossar erklärt zentrale Begriffe aus der Psychotraumatologie, Traumatherapie, EMDR, dem Kinderschutz sowie der Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie. Es richtet sich an Kinder- und Jugendpsychiater:innen, Psychotherapeut:innen, Fachkräfte und Kliniken, die ihr Wissen vertiefen oder sich in der traumatherapeutischen Praxis orientieren möchten.
KST-Traumahilfe bietet wissenschaftlich fundierte und praxisnahe Weiterbildungen, Curricula, Supervisionen, Inhouse-Schulungen und Fachveranstaltungen zu Psychotraumatologie und EMDR mit Kindern und Jugendlichen an. KST-Traumahilfe ist zertifiziert nach DeGPT und EMDR Europe.
A
Adaptive Informationsverarbeitung (AIP-Modell)
Definition: Das Modell der adaptiven Informationsverarbeitung, kurz AIP-Modell, bildet die theoretische Grundlage von EMDR. Es geht davon aus, dass belastende Erfahrungen unzureichend verarbeitet gespeichert bleiben können und dadurch gegenwärtige Symptome und Reaktionen beeinflussen.
Anwendung: EMDR, Fallkonzeption, Behandlungsplanung, Psychoedukation, Traumatherapie.
Verwandte Begriffe: EMDR, Reprocessing, Traumagedächtnis, Verarbeitung, belastende Erinnerung.
Adverse Childhood Experiences (ACE)
Definition: Adverse Childhood Experiences, kurz ACE, bezeichnet potenziell belastende oder traumatische Erfahrungen vor dem 18. Lebensjahr. Dazu zählen insbesondere körperliche, emotionale oder sexualisierte Gewalt, Vernachlässigung, das Miterleben häuslicher Gewalt sowie belastende familiäre Lebensbedingungen. Im Deutschen werden die Begriffe „belastende Kindheitserfahrungen“ oder „aversive Kindheitserfahrungen“ verwendet. ACE erhöhen statistisch das Risiko für spätere psychische, körperliche und soziale Belastungen; sie erlauben jedoch keine sichere Vorhersage für die Entwicklung eines einzelnen Menschen.
Anwendung: Psychotraumatologie, Prävention, Kinderschutz, Anamnese, Diagnostik, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychoedukation.
Verwandte Begriffe: Entwicklungstrauma, Kindesmisshandlung, Vernachlässigung, Resilienz, Schutzfaktoren, Traumafolgestörung, chronischer Stress.
Affektregulation
Definition: Affektregulation bezeichnet die Fähigkeit, intensive emotionale Zustände wahrzunehmen, zu beeinflussen und angemessen auszudrücken. Bei traumatisierten Kindern und Jugendlichen kann diese Fähigkeit vorübergehend oder dauerhaft beeinträchtigt sein.
Anwendung: Kinder- und Jugendpsychotherapie, Traumatherapie, Stabilisierung, Elternarbeit, Traumapädagogik.
Verwandte Begriffe: Emotionsregulation, Gefühlsregulation, Co-Regulation, Dysregulation, Selbstregulation.
Akute Belastungsreaktion
Definition: Eine akute Belastungsreaktion ist eine vorübergehende psychische Reaktion auf ein außergewöhnlich belastendes Ereignis. Mögliche Anzeichen sind starke Angst, Unruhe, Rückzug, Desorientierung, Übererregung oder dissoziative Symptome.
Anwendung: Akutversorgung, Krisenintervention, Diagnostik, Psychoedukation, Stabilisierung.
Verwandte Begriffe: Belastungsreaktion, Krise, Trauma, Dissoziation, posttraumatische Belastungsstörung.
Akuttrauma
Definition: Als Akuttrauma wird eine kürzlich erlebte, potenziell traumatische Erfahrung bezeichnet. Nicht jedes belastende Ereignis führt zu einer Traumafolgestörung; entscheidend sind unter anderem das Erleben, die individuellen Ressourcen und die Unterstützung nach dem Ereignis.
Anwendung: Akutversorgung, Krisenintervention, frühe traumatherapeutische Intervention, EMDR, Psychoedukation.
Verwandte Begriffe: Trauma, Akutreaktion, Belastungsreaktion, R-TEP, Krisenintervention.
Anamnese
Definition: Die Anamnese ist das therapeutische Gespräch zur Erhebung der Vorgeschichte, aktueller Belastungen und relevanter Symptome. Sie dient dem fachlichen Verstehen der Ausgangslage.
Anwendung: Diagnostik, Fallverständnis, Behandlungsplanung, Traumatherapie.
Verwandte Begriffe: Diagnostik, Exploration, Lebensgeschichte, Fallkonzept.
Arousal
Definition: Arousal bezeichnet den körperlichen und psychischen Aktivierungsgrad eines Menschen. In der Traumatherapie werden insbesondere Zustände von Übererregung und Untererregung berücksichtigt.
Anwendung: Traumatherapie, Stressregulation, Psychoedukation, Stabilisierung, Körperwahrnehmung.
Verwandte Begriffe: Hyperarousal, Hypoarousal, Regulation, Nervensystem, Toleranzfenster.
Ausbildung
Definition: Ausbildung bezeichnet einen strukturierten Qualifizierungsweg zur fachlichen Kompetenz in einem bestimmten Bereich. Im traumatherapeutischen Kontext umfasst sie Theorie, Praxis und Supervision.
Anwendung: Weiterbildung, Curriculum, Zertifizierung, Fachqualifikation.
Verwandte Begriffe: Curriculum, Fortbildung, Zertifizierung, Weiterbildung.
Passendes Angebot: Weiterbildung.
B
Barnahus
Definition: Barnahus ist ein interdisziplinäres, kindgerechtes Versorgungsmodell für Kinder und Jugendliche, die von Gewalt oder Missbrauch betroffen sein könnten. Medizinische, psychosoziale, psychotherapeutische, polizeiliche und juristische Hilfen werden möglichst koordiniert und unter einem Dach angeboten.
Anwendung: Kinderschutz, interdisziplinäre Versorgung, Diagnostik, Strafverfahren, psychosoziale und traumatherapeutische Unterstützung.
Verwandte Begriffe: Childhood-Haus, Kinderschutz, sexualisierte Gewalt, interdisziplinäre Zusammenarbeit, traumasensible Versorgung.
Belastungsreaktion
Definition: Eine Belastungsreaktion ist die psychische oder körperliche Antwort auf ein belastendes Ereignis oder eine anhaltende Überforderung. Sie kann vorübergehend oder länger anhaltend sein.
Anwendung: Krisenintervention, Psychoedukation, Stabilisierung.
Verwandte Begriffe: Stressreaktion, Überforderung, Akutreaktion, Anpassungsreaktion.
Bezugspersonenarbeit
Definition: Bezugspersonenarbeit bezeichnet die therapeutische oder beratende Zusammenarbeit mit Eltern, Pflegeeltern und anderen wichtigen Bezugspersonen eines Kindes oder Jugendlichen. Sie unterstützt Sicherheit, Co-Regulation und die Übertragung therapeutischer Fortschritte in den Alltag.
Anwendung: Kinder- und Jugendpsychotherapie, EMDR KJ, Traumatherapie, Elternberatung, Jugendhilfe.
Verwandte Begriffe: Elternarbeit, Bindung, Co-Regulation, Familiensystem, Psychoedukation.
Bilaterale Stimulation
Definition: Bilaterale Stimulation bezeichnet abwechselnde Reize auf beiden Körperseiten, beispielsweise durch Augenbewegungen, Töne oder Berührungen. Sie ist ein Bestandteil von EMDR. Im aktuellen fachlichen Diskurs wird auch der Begriff „Dual Attention Bilateral Stimulation“ verwendet.
Anwendung: EMDR, Ressourcenaktivierung, Verarbeitung belastender Erinnerungen, altersadaptierte Traumatherapie.
Verwandte Begriffe: EMDR, DABLS, Reprocessing, geteilte Aufmerksamkeit, AIP-Modell.
Bindungstrauma
Definition: Der Begriff Bindungstrauma beschreibt schwere belastende Erfahrungen innerhalb enger Abhängigkeits- und Fürsorgebeziehungen. Dazu können anhaltende Vernachlässigung, Gewalt, Missbrauch oder schwerwiegende Beziehungsabbrüche gehören.
Anwendung: Kinder- und Jugendpsychotherapie, Traumatherapie, Traumapädagogik, Jugendhilfe, Bezugspersonenarbeit.
Verwandte Begriffe: Bindung, Entwicklungstrauma, komplexe Traumatisierung, Co-Regulation, Beziehungsgestaltung.
Bindung
Definition: Bindung bezeichnet die biologisch verankerte emotionale Beziehung zwischen einem Kind und seinen primären Bezugspersonen. Sichere Bindungserfahrungen fördern die emotionale, soziale und neurobiologische Entwicklung sowie die Fähigkeit zur Stressregulation und Exploration.
Anwendung: Traumatherapie, Traumapädagogik, Kinder- und Jugendhilfe.
Verwandte Begriffe: Co-Regulation, Beziehung, Sicherheit, Entwicklung.
C
Childhood-Haus
Definition: Ein Childhood-Haus ist eine kindgerechte, interdisziplinäre Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche, die möglicherweise körperliche oder sexualisierte Gewalt erlebt haben. Das Konzept orientiert sich am europäischen Barnahus-Modell.
Anwendung: Kinderschutz, medizinische Versorgung, psychosoziale Unterstützung, Strafverfahren, interdisziplinäre Fallkoordination.
Verwandte Begriffe: Barnahus, Kinderschutz, sexualisierte Gewalt, interdisziplinäre Zusammenarbeit, Traumafolgen.
CIPOS
Definition: CIPOS steht für „Constant Installation of Present Orientation and Safety“. Die EMDR-Behandlungsstrategie unterstützt Menschen dabei, während einer vorsichtigen Annäherung an belastende Erinnerungen immer wieder Gegenwartsorientierung und Sicherheit herzustellen.
Anwendung: EMDR, komplexe Traumafolgestörungen, Dissoziation, Stabilisierung, dosierte Traumabearbeitung.
Verwandte Begriffe: EMDR, Gegenwartsorientierung, Sicherheit, Dissoziation, Reprocessing.
Co-Regulation
Definition: Co-Regulation ist die unterstützende Regulation von Emotionen und Stress durch eine andere Person. Sie ist besonders wichtig, wenn Selbstregulation noch nicht ausreichend möglich ist.
Anwendung: Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, Stabilisierung, Beziehungsgestaltung.
Verwandte Begriffe: Selbstregulation, Bindung, Sicherheit, Fremdregulation.
Coping
Definition: Coping sind Strategien, mit denen Menschen Belastungen bewältigen oder mit ihnen umgehen. Coping kann hilfreich, vermeidend oder kurzfristig entlastend sein.
Anwendung: Psychoedukation, Ressourcenarbeit, Krisenintervention.
Verwandte Begriffe: Bewältigung, Ressourcen, Resilienz, Stressregulation, Guter Grund.
Curriculum
Definition: Ein Curriculum ist ein verbindlich aufgebauter Weiterbildungsgang mit festgelegten Lernzielen, Inhalten, Zugangsvoraussetzungen und Qualifikationsanforderungen. Es kann Theorie, praktische Übungen, Supervision und Leistungsnachweise umfassen.
Anwendung: EMDR-Curriculum, DeGPT-Curriculum, Fachweiterbildung, Zertifizierung, Qualitätssicherung.
Verwandte Begriffe: Weiterbildung, Fachqualifikation, Supervision, Zertifizierung, Ausbildungsinstitut.
Passendes Angebot: EMDR-Curriculum Kinder und Jugendliche und DeGPT-Curriculum "spezielle Psychotraumatherapie mit Kindern und Jugendlichen".
D
DABLS
Definition: DABLS steht für „Dual Attention Bilateral Stimulation“. Der Begriff beschreibt die bilaterale Stimulation innerhalb einer geteilten Aufmerksamkeit: Ein Teil der Aufmerksamkeit richtet sich auf die belastende Erinnerung, während ein anderer Teil in der sicheren Gegenwart verankert bleibt.
Anwendung: EMDR, Traumaverarbeitung, Ressourcenaktivierung, Arbeit mit Kindern und Jugendlichen.
Verwandte Begriffe: Bilaterale Stimulation, EMDR, geteilte Aufmerksamkeit, Reprocessing, Gegenwartsorientierung.
DeGPT-Curriculum
Definition: Das DeGPT-Curriculum ist eine von der Deutschsprachige Gesellschaft für Psychotraumatologie anerkannte Weiterbildung in Spezieller Psychotraumatherapie mit Kindern und Jugendlichen. Es vermittelt wissenschaftlich fundierte Kenntnisse und praxisnahe Kompetenzen für die Diagnostik und Behandlung traumabezogener Störungen.
Anwendung: Fachweiterbildung für approbierte Psychotherapeut:innen und Ärzt:innen (je nach Curriculum und Zugangsvoraussetzungen), Qualifikation in Psychotraumatherapie, Zertifizierung.
Verwandte Begriffe: Psychotraumatherapie, Curriculum, Zertifizierung, Fortbildung, EMDR.
Passendes Angebot: DeGPT-Curriculum "spezielle Psychotraumatherapie mit Kindern und Jugendlichen".
Diagnostik von Traumafolgestörungen
Definition: Die Diagnostik von Traumafolgestörungen umfasst die strukturierte Erfassung traumatischer Erfahrungen, aktueller Symptome, Belastungen, Ressourcen und möglicher weiterer psychischer Erkrankungen. Bei Kindern und Jugendlichen müssen Entwicklungsstand, Familiensystem und Bezugspersonen einbezogen werden.
Anwendung: Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie, Behandlungsplanung, Traumatherapie, Klinik.
Verwandte Begriffe: Anamnese, PTBS, komplexe PTBS, Dissoziation, Fallkonzeption.
Dissoziation
Definition: Dissoziation ist eine Schutzreaktion, bei der Wahrnehmung, Gefühle, Erinnerungen oder Körperempfindungen teilweise voneinander getrennt erlebt werden. Sie tritt häufig im Kontext traumatischer Belastungen auf.
Anwendung: Traumatherapie, Stabilisierung, Traumapädagogik, EMDR KJ.
Verwandte Begriffe: Derealisation, Depersonalisation, Schutzreaktion, Trigger.
Dual Attention
Definition: Dual Attention bedeutet geteilte Aufmerksamkeit. Während der EMDR-Therapie bleibt die Aufmerksamkeit zugleich bei der belastenden Erinnerung und in der gegenwärtigen, sicheren therapeutischen Situation.
Anwendung: EMDR, Reprocessing, Stabilisierung, Gegenwartsorientierung.
Verwandte Begriffe: DABLS, bilaterale Stimulation, EMDR, Toleranzfenster, Sicherheit.
E
EMDR KJ
Definition: EMDR steht für Eye Movement Desensitization and Reprocessing. Es ist ein traumatherapeutisches, evidenzbasiertes Verfahren zur Verarbeitung belastender Erinnerungen und Erfahrungen. EMDR KJ bezeichnet EMDR für Kinder und Jugendliche. Dabei werden die Behandlungsplanung, Vorgehensweise und Intervention an Alter, Entwicklungsstand, Bindungs- und Familiensystem, Ressourcen, Sprache und Regualtionsfähigkeit angepasst.
Anwendung: Traumatherapie mit Kindern und Jugendlichen, altersadaptierte Behandlung, komplexe Traumafolgen.
Verwandte Begriffe: EMDR, Kinder- und Jugendpsychotherapie, Entwicklung, Stabilisierung.
Passendes Angebot: EMDR-KJ Curriculum.
Entspannung
Definition: Entspannung ist ein Zustand reduzierter Anspannung und innerer Aktivierung. Sie unterstützt die Wiederherstellung von Ruhe und Sicherheit.
Anwendung: Stabilisierung, Stressregulation, Ressourcenarbeit.
Verwandte Begriffe: Atemübungen, Achtsamkeit, Regulation, Ruhe.
EMDR Europe
Definition: EMDR Europe ist der europäische Dachverband nationaler EMDR-Fachgesellschaften. Der Verband entwickelt Standards für EMDR-Weiterbildung, Zertifizierung, Supervision und Training, einschließlich spezifischer Standards für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen.
Anwendung: Akkreditierung, Qualitätsstandards, EMDR-Weiterbildung, Zertifizierung, internationale Fachentwicklung.
Verwandte Begriffe: EMDR, EMDR KJ, EMDRIA Deutschland, EMDR-Curriculum, EMDR-Zertifizierung.
EMDR KJ Supervision
Definition: EMDR KJ Supervision ist die fachliche Begleitung bei der Anwendung von EMDR mit Kindern und Jugendlichen. Sie berücksichtigt insbesondere Entwicklungsstand, Bezugspersonen, Diagnostik, Fallkonzeption, Behandlungsplanung und altersadaptierte Vorgehensweisen.
Anwendung: EMDR-Weiterbildung, Zertifizierung, Behandlung komplexer Fälle, Qualitätssicherung, berufliche Weiterentwicklung.
Verwandte Begriffe: EMDR KJ, Fallsupervision, EMDR-Supervisor:in, Zertifizierung, Behandlungsplanung.
Passendes Angebot: EMDR-KJ Supervision.
EMDR-Supervisor:in
Definition: EMDR-Supervisor:innen begleiten EMDR-Therapeut:innen bei der Fallkonzeption, Behandlungsplanung und methodengerechten Anwendung von EMDR. Für die Supervision mit Kindern und Jugendlichen ist eine zusätzliche qualifizierte Spezialisierung erforderlich.
Anwendung: EMDR-Weiterbildung, EMDR KJ, Zertifizierung, Fallsupervision, Qualitätssicherung.
Verwandte Begriffe: EMDR-Supervision, EMDR KJ Supervision, EMDR-Therapeut:in, EMDR-Trainer:in, Fachsupervision.
Passendes Angebot: EMDR-Supervisor:innen Curriculum Kinder und Jugendliche
EMDR-Therapeut:in für Kinder und Jugendliche
Definition: EMDR-Therapeut:innen für Kinder und Jugendliche verfügen über eine EMDR-Qualifikation sowie eine zusätzliche Weiterbildung in der entwicklungsangepassten Behandlung junger Menschen. Zertifizierungen richten sich nach den jeweils geltenden Standards der zuständigen Fachgesellschaft.
Anwendung: Traumatherapie mit Kindern und Jugendlichen, Behandlung von Traumafolgestörungen, Bezugspersonenarbeit, ambulante und stationäre Versorgung.
Verwandte Begriffe: EMDR KJ, EMDR-Curriculum, EMDR-Supervision, EMDR Europe, EMDRIA Deutschland.
Passendes Angebot: EMDR-Curriculum Kinder und Jugendliche
EMDRIA Deutschland
Definition: EMDRIA Deutschland e. V. ist die deutsche Fachgesellschaft für EMDR und Mitglied von EMDR Europe. Sie informiert über qualifizierte EMDR-Weiterbildungen, Zertifizierungen und fachliche Standards.
Anwendung: EMDR-Zertifizierung, Fachinformation, Qualitätssicherung, Fortbildung, Vernetzung.
Verwandte Begriffe: EMDR Europe, EMDR, EMDR KJ, Zertifizierung, EMDR-Supervision.
Entwicklungstrauma
Definition: Entwicklungstrauma bezeichnet schwere oder wiederholte belastende Erfahrungen während wichtiger Entwicklungsphasen. Sie können unter anderem Emotionsregulation, Bindung, Selbstbild, Körperwahrnehmung und soziale Entwicklung beeinflussen.
Anwendung: Kinder- und Jugendpsychotherapie, Psychotraumatologie, Traumapädagogik, Jugendhilfe, EMDR KJ.
Verwandte Begriffe: Bindungstrauma, komplexe Traumatisierung, Kindesentwicklung, Co-Regulation, komplexe PTBS.
Externalisierung
Definition: Externalisierung bezeichnet das symbolische Auslagern innerer Erfahrungen, beispielsweise durch Zeichnungen, Figuren, Gegenstände, Geschichten oder räumliche Anordnungen. Besonders bei Kindern und Jugendlichen kann sie helfen, innere Prozesse sichtbar und bearbeitbar zu machen.
Anwendung: EMDR KJ, Traumatherapie, Traumapädagogik, Stabilisierung, Diagnostik und Fallverständnis.
Verwandte Begriffe: Symbolarbeit, Sandtray, Distanzierung, Ressourcenarbeit, altersadaptierte Traumatherapie.
F
Fallkonzeption
Definition: Die Fallkonzeption ist eine strukturierte fachliche Einordnung der Symptomatik, Belastungsgeschichte, Ressourcen, Beziehungen und aufrechterhaltenden Bedingungen. Sie bildet die Grundlage für eine individuell passende Behandlungsplanung.
Anwendung: Traumatherapie, EMDR, Supervision, Diagnostik, Kinder- und Jugendpsychiatrie.
Verwandte Begriffe: Anamnese, Diagnostik, Behandlungsplanung, AIP-Modell, Fallsupervision.
Fallsupervision
Definition: Fallsupervision ist die fachliche Reflexion konkreter Fälle im therapeutischen oder beratenden Kontext. Sie dient dazu, Handlungsoptionen zu klären und die Qualität der Arbeit zu sichern.
Anwendung: Supervision, Fallarbeit, Behandlungsplanung, kollegiale Reflexion.
Verwandte Begriffe: Supervision, Fachberatung, Fallkonzept, Intervision.
Passendes Angebot: Supervision.
Flashback
Definition: Ein Flashback ist ein plötzliches, intensives Wiedererleben traumatischer Inhalte. Dabei kann sich die belastende Erfahrung sehr real und gegenwärtig anfühlen.
Anwendung: Psychoedukation, Traumatherapie, Stabilisierung, Triggerarbeit.
Verwandte Begriffe: Intrusion, Trigger, Trauma, Dissoziation.
Fortbildung
Definition: Eine Fortbildung dient der Aktualisierung oder Erweiterung bereits vorhandener beruflicher Kenntnisse. Sie ist in der Regel kürzer und thematisch enger gefasst als ein vollständiges Curriculum oder eine zertifizierbare Weiterbildung.
Anwendung: Workshops, Fachvorträge, Praxisseminare, Inhouse-Schulungen, fachliche Aktualisierung.
Verwandte Begriffe: Weiterbildung, Curriculum, Fachqualifikation, Workshop, Inhouse-Schulung.
Passendes Angebot: Weiterbildung
Future Template
Definition: Das Future Template ist ein Bestandteil der EMDR-Behandlung. Dabei wird eine zukünftige Situation mit einer hilfreichen Haltung, passenden Fähigkeiten und einem adaptiven Handlungsablauf mental vorbereitet.
Anwendung: EMDR, Rückfallprophylaxe, Vorbereitung auf herausfordernde Situationen, Stärkung von Selbstwirksamkeit.
Verwandte Begriffe: EMDR, Zielarbeit, Selbstwirksamkeit, Ressourcen, Flashforward.
G
Gegenwartsorientierung
Definition: Gegenwartsorientierung unterstützt die bewusste Wahrnehmung, dass eine frühere Gefahr vorüber ist und die Person sich im Hier und Jetzt befindet. Sie kann über Zeit, Ort, Sinneswahrnehmung und Beziehung gefördert werden.
Anwendung: Stabilisierung, Dissoziation, Flashbacks, EMDR, Krisenintervention.
Verwandte Begriffe: Orientierung, Sicherheit, CIPOS, Grounding, Dissoziation.
Geteilte Aufmerksamkeit
Definition: Geteilte Aufmerksamkeit beschreibt die gleichzeitige Wahrnehmung einer inneren Erfahrung und der sicheren gegenwärtigen Situation. Sie ist ein wichtiges Element des EMDR-Prozesses.
Anwendung: EMDR, Reprocessing, Traumaverarbeitung, Stabilisierung.
Verwandte Begriffe: Dual Attention, DABLS, bilaterale Stimulation, Gegenwartsorientierung, Toleranzfenster.
Gruppensupervision
Definition: Gruppensupervision ist Supervision in einem Gruppensetting. Sie ermöglicht Lernen durch unterschiedliche Perspektiven und kollegialen Austausch.
Anwendung: Weiterbildung, Fallsupervision, fachliche Reflexion, Teamentwicklung.
Verwandte Begriffe: Supervision, Gruppenlernen, Intervision, Fachberatung.
Passendes Angebot: Supervision.
Gewaltkreislauf
Definition: Der Gewaltkreislauf beschreibt sich wiederholende Muster von Gewalt, Belastung und Weitergabe von Trauma. Er ist oft mit familiären, sozialen oder institutionellen Dynamiken verbunden.
Anwendung: Kinderschutz, Prävention, Traumapädagogik, Beratung.
Verwandte Begriffe: Gewalt, Traumaweitergabe, Prävention, Schutzfaktor.
G-TEP
Definition: G-TEP steht für „Group Traumatic Episode Protocol“. Es ist eine strukturierte EMDR-Gruppenintervention für Menschen, die ein gemeinsames oder vergleichbares belastendes Ereignis erlebt haben. Es gibt eine Kinder-adaptierte Version - C-GTEP.
Anwendung: Gruppenintervention, Akutversorgung, Katastrophenhilfe, psychosoziale Versorgung, EMDR.
Verwandte Begriffe: EMDR, R-TEP, Gruppentherapie, Akuttrauma, frühe Intervention.
Grounding
Definition: Grounding umfasst Übungen zur bewussten Orientierung im gegenwärtigen Moment. Sinnesreize, Bewegung oder die Wahrnehmung des Bodenkontakts können helfen, Distanz zu Flashbacks oder dissoziativen Zuständen herzustellen.
Anwendung: Stabilisierung, Dissoziation, Krisenintervention, Traumatherapie, Psychoedukation.
Verwandte Begriffe: Gegenwartsorientierung, Zentrierung, Wahrnehmung, Sicherheit, Flashback.
H
Hilfesystem
Definition: Das Hilfesystem umfasst alle beteiligten Fachstellen, Institutionen und Bezugspersonen, die Unterstützung leisten. Bei Kindern und Jugendlichen ist ein gut abgestimmtes Hilfesystem besonders wichtig.
Anwendung: Kooperation, Kinderschutz, interdisziplinäre Versorgung.
Verwandte Begriffe: Jugendhilfe, Klinik, Beratung, Vernetzung.
Hyperarousal
Definition: Hyperarousal bezeichnet einen Zustand anhaltend erhöhter körperlicher und psychischer Aktivierung. Er kann sich beispielsweise durch Schlafprobleme, Reizbarkeit, Schreckhaftigkeit, Konzentrationsprobleme oder innere Unruhe zeigen.
Anwendung: Diagnostik, Traumatherapie, Stressregulation, Psychoedukation, Stabilisierung.
Verwandte Begriffe: Arousal, Hypoarousal, Übererregung, PTBS, Toleranzfenster.
ICD-11
Definition: Die ICD-11 ist die internationale Klassifikation von Krankheiten der Weltgesundheitsorganisation. Sie enthält diagnostische Kriterien unter anderem für die posttraumatische Belastungsstörung und die komplexe posttraumatische Belastungsstörung.
Anwendung: Diagnostik, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie, Dokumentation, Behandlungsplanung.
Verwandte Begriffe: PTBS, komplexe PTBS, Diagnostik, Traumafolgestörung, Klassifikation.
Inhouse-Schulung
Definition: Eine Inhouse-Schulung ist eine Weiterbildung, die speziell für eine Klinik, Einrichtung oder ein Fachteam geplant und vor Ort oder online durchgeführt wird. Inhalte und Umfang werden an Arbeitsfeld, Zielgruppe und Bedarf angepasst.
Anwendung: Kliniken, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Jugendhilfe, Kinderschutz, interdisziplinäre Teams.
Verwandte Begriffe: Fortbildung, Fachvortrag, Workshop, Teamentwicklung, Curriculum.
Passendes Angebot: Inhouse-Schulungen.
Installation
Definition: Installation bezeichnet eine Phase der EMDR-Behandlung, in der eine hilfreiche positive Überzeugung mit der bearbeiteten Erfahrung verbunden und gestärkt wird.
Anwendung: EMDR, Reprocessing, Ressourcenaktivierung, Stärkung adaptiver Überzeugungen.
Verwandte Begriffe: EMDR, positive Kognition, VOC, Reprocessing, Ressourceninstallation.
Interdisziplinäre Zusammenarbeit
Definition: Interdisziplinäre Zusammenarbeit bedeutet die Kooperation verschiedener Berufsgruppen, etwa aus Psychotherapie, Medizin, Jugendhilfe oder Klinik. Sie verbessert die Versorgung und das Fallverständnis.
Anwendung: Klinik, Weiterbildung, Supervision, Trauma-Versorgung.
Verwandte Begriffe: Kooperation, Vernetzung, Hilfesystem, Fachberatung, Childhood-Haus.
Passendes Angebot: Interdisziplinäre Supervision.
Intervention
Definition: Eine Intervention ist eine gezielte fachliche Maßnahme zur Unterstützung, Veränderung oder Stabilisierung. Sie wird je nach Bedarf und Ziel ausgewählt.
Anwendung: Traumatherapie, Krisenintervention, Stabilisierung, Beratung.
Verwandte Begriffe: Methode, Technik, Maßnahme, Behandlung.
Intervision
Definition: Intervision ist die strukturierte kollegiale Beratung unter Fachpersonen ohne festgelegte externe Supervisionsleitung. Sie ermöglicht gemeinsames Lernen, ersetzt aber nicht in jedem Kontext eine qualifizierte Supervision.
Anwendung: Fallreflexion, Teams, Weiterbildung, kollegialer Austausch, Qualitätssicherung.
Verwandte Begriffe: Supervision, Fallsupervision, kollegiale Beratung, Fachberatung, Gruppensupervision.
Innenwahrnehmung
Definition: Innenwahrnehmung bezeichnet die Wahrnehmung innerer Zustände wie Gefühle, Gedanken und Körperempfindungen. Sie ist eine wichtige Grundlage für Selbstregulation und Therapie.
Anwendung: Achtsamkeit, Körperarbeit, Traumatherapie, Selbstwahrnehmung.
Verwandte Begriffe: Interozeption, Körperwahrnehmung, Achtsamkeit, Selbstbeobachtung.
Intrusion
Definition: Eine Intrusion ist das ungewollte Wiederauftreten belastender Erinnerungsbilder, Gedanken, Gefühle oder Körperempfindungen. Intrusionen gehören zu den möglichen Symptomen einer posttraumatischen Belastungsstörung.
Anwendung: Diagnostik, Psychoedukation, Traumatherapie, EMDR, Stabilisierung.
Verwandte Begriffe: Flashback, PTBS, Trigger, Erinnerung, Reprocessing.
J
Jugendhilfe
Definition: Jugendhilfe umfasst Unterstützungsangebote für Kinder, Jugendliche und Familien in belastenden Lebenslagen. Sie ist oft ein wichtiger Kooperationspartner in der Traumaarbeit.
Anwendung: Kinderschutz, Vernetzung, Fallarbeit, Versorgung.
Verwandte Begriffe: Hilfesystem, Pädagogik, Klinik, Kooperation.
K
Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie
Definition: Die Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie ist ein medizinisches Fachgebiet für die Diagnostik, Behandlung und Prävention psychischer Erkrankungen bei Säuglingen, Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen.
Anwendung: Diagnostik, ambulante und stationäre Behandlung, Traumatherapie, Medikation, interdisziplinäre Versorgung.
Verwandte Begriffe: Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie, Klinik, Psychotraumatologie, Jugendhilfe, Kinderschutz.
Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie
Definition: Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie bezeichnet die psychotherapeutische Diagnostik und Behandlung psychischer Erkrankungen bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Entwicklungsstand, Bezugspersonen und Lebensumfeld werden in die Behandlung einbezogen.
Anwendung: Psychotherapie, EMDR KJ, Traumatherapie, Elternarbeit, Diagnostik.
Verwandte Begriffe: Kinder- und Jugendpsychiatrie, Bezugspersonenarbeit, EMDR KJ, Entwicklung, Psychotraumatologie.
Kinderschutz
Definition: Kinderschutz umfasst Maßnahmen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Gefährdung, Gewalt und Vernachlässigung. Er ist ein zentraler Bestandteil verantwortungsvoller Praxis.
Anwendung: Traumatherapie, Jugendhilfe, Klinik, Fortbildung.
Verwandte Begriffe: Prävention, Gewaltkreislauf, Hilfesystem, Kooperation.
Komplexe posttraumatische Belastungsstörung
Definition: Die komplexe posttraumatische Belastungsstörung, kurz kPTBS, umfasst die Kernsymptome einer PTBS sowie anhaltende Schwierigkeiten in der Emotionsregulation, im Selbstbild und in Beziehungen. Sie kann sich nach langanhaltenden oder wiederholten traumatischen Erfahrungen entwickeln.
Anwendung: Diagnostik, Traumatherapie, EMDR, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Behandlungsplanung.
Verwandte Begriffe: PTBS, komplexe Traumatisierung, Entwicklungstrauma, Dissoziation, Affektregulation.
Krisenintervention
Definition: Krisenintervention ist die unmittelbare fachliche Unterstützung in einer akuten Belastungssituation. Ziel ist es, Sicherheit, Orientierung und Stabilisierung zu fördern.
Anwendung: Akutversorgung, Stabilisierung, Kinderschutz, Beratung.
Verwandte Begriffe: Akutreaktion, Notfall, Sicherheit, Überforderung.
L
Langzeitfolgen
Definition: Langzeitfolgen sind spätere Auswirkungen von Trauma oder starker Belastung. Sie können sich emotional, körperlich oder im Verhalten zeigen.
Anwendung: Diagnostik, Traumatherapie, Psychoedukation.
Verwandte Begriffe: Folgestörung, Traumafolgen, Chronifizierung, Verarbeitung.
Lebensgeschichte
Definition: Die Lebensgeschichte umfasst die biografische Entwicklung eines Menschen mit seinen prägenden Erfahrungen. Sie ist in der Therapie wichtig, um aktuelle Muster einzuordnen.
Anwendung: Anamnese, Fallkonzept, Traumatherapie, Biografiearbeit.
Verwandte Begriffe: Biografie, Entwicklung, Anamnese, Erfahrung.
Lösungskompetenz
Definition: Lösungskompetenz ist die Fähigkeit, tragfähige Wege mit Problemen und Belastungen zu entwickeln. Sie wird in Therapie und Supervision gezielt gestärkt.
Anwendung: Beratung, Fallarbeit, Coaching, Ressourcenorientierung.
Verwandte Begriffe: Selbstwirksamkeit, Ressourcen, Problemlösung, Resilienz.
M
Mental Load
Definition: Mental Load beschreibt die dauerhafte mentale Belastung durch Planen, Organisieren und Verantworten. Der Begriff wird häufig verwendet, um unsichtbare Belastung sichtbar zu machen.
Anwendung: Psychoedukation, Stressregulation, Entlastungsgespräche.
Verwandte Begriffe: Überforderung, Belastung, Verantwortung, Erschöpfung.
Mentalisierung
Definition: Mentalisierung ist die Fähigkeit, eigenes und fremdes Verhalten als Ausdruck innerer Zustände wie Gefühle, Bedürfnisse, Gedanken und Absichten zu verstehen. Belastungen und hohe emotionale Aktivierung können diese Fähigkeit vorübergehend einschränken.
Anwendung: Kinder- und Jugendpsychotherapie, Traumatherapie, Elternarbeit, Beziehungsgestaltung, Supervision.
Verwandte Begriffe: Selbstwahrnehmung, Perspektivübernahme, Bindung, Affektregulation, Beziehung.
Medikation
Definition: Medikation bezeichnet die therapeutische Anwendung von Medikamenten. Im klinischen Kontext ist sie oft Teil eines interdisziplinären Behandlungsplans.
Anwendung: Klinik, Behandlung, Versorgung, Zusammenarbeit mit Ärzt:innen.
Verwandte Begriffe: Psychiatrie, Diagnostik, Behandlung, Interdisziplinarität.
N
Negative Kognition
Definition: Eine negative Kognition ist im EMDR eine gegenwartsbezogene, belastende Selbstüberzeugung, die mit einer zu bearbeitenden Erinnerung verbunden ist. Beispiele betreffen häufig Sicherheit, Verantwortung, Selbstwert oder Handlungsmöglichkeit.
Anwendung: EMDR, Fallkonzeption, Reprocessing, Behandlungsplanung.
Verwandte Begriffe: Positive Kognition, VOC, Target, AIP-Modell, belastende Erinnerung.
Neurobiologie von Trauma
Definition: Die Neurobiologie von Trauma befasst sich mit den Auswirkungen extremer Belastungen auf Gehirn, Nervensystem, Stressregulation, Gedächtnis und Entwicklung. Sie trägt zum Verständnis automatischer Schutz- und Überlebensreaktionen bei.
Anwendung: Psychoedukation, Traumatherapie, Weiterbildung, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Traumapädagogik.
Verwandte Begriffe: Nervensystem, Stressreaktion, Traumagedächtnis, Arousal, Regulation.
Nervensystem
Definition: Das Nervensystem steuert Aktivierung, Ruhe, Schutz und Regeneration. Es ist ein zentraler Bezugspunkt in der Traumatherapie.
Anwendung: Psychoedukation, Stressregulation, Stabilisierung, Körperarbeit.
Verwandte Begriffe: Polyvagal-Theorie, Regulation, Arousal, Sicherheit.
Nachsorge
Definition: Nachsorge ist die begleitende Unterstützung nach einer Krise, Behandlung oder belastenden Erfahrung. Sie hilft, Stabilität und Orientierung zu sichern.
Anwendung: Traumatherapie, Fallarbeit, Übergangsmanagement.
Verwandte Begriffe: Stabilisierung, Versorgung, Weiterbehandlung, Unterstützung.
O
Orientierung
Definition: Orientierung beschreibt das innere und äußere Erfassen von Zeit, Raum, Person und Situation. Sie ist eine zentrale Fähigkeit für Sicherheit und Stabilisierung.
Anwendung: Krisenintervention, Stabilisierung, Traumatherapie.
Verwandte Begriffe: Gegenwart, Sicherheit, Zentrierung, Wahrnehmung.
P
Psychoedukation
Definition: Psychoedukation bedeutet, psychische Prozesse, Symptome und Zusammenhänge verständlich zu erklären. Sie schafft Orientierung und fördert Mitverständnis im Behandlungsprozess.
Anwendung: Traumatherapie, Weiterbildung, Supervision, Elternarbeit.
Verwandte Begriffe: Aufklärung, Wissensvermittlung, Selbstverständnis, Orientierung.
Psychotraumatherapie
Definition: Psychotraumatherapie ist die spezialisierte therapeutische Arbeit mit den Folgen traumatischer Erfahrungen. Sie umfasst Stabilisierung, Verarbeitung und Ressourcenaufbau.
Anwendung: Traumatherapie, Weiterbildung, Versorgung, Klinik.
Verwandte Begriffe: Trauma, EMDR, Stabilisierung, Verarbeitung.
Prävention
Definition: Prävention umfasst Maßnahmen zur Vorbeugung von Belastungen, Krisen und Folgeschäden. Sie kann auf individueller, institutioneller und gesellschaftlicher Ebene erfolgen.
Anwendung: Fortbildung, Kinderschutz, Versorgung, Aufklärung.
Verwandte Begriffe: Schutz, Früherkennung, Aufklärung, Resilienz.
Positive Kognition
Definition: Eine positive Kognition ist im EMDR eine hilfreiche, gegenwartsbezogene Selbstüberzeugung, die mit der bearbeiteten Erfahrung verbunden werden soll. Sie beschreibt beispielsweise Sicherheit, Selbstwirksamkeit oder angemessene Verantwortung.
Anwendung: EMDR, Installation, Reprocessing, Ressourcenaktivierung.
Verwandte Begriffe: Negative Kognition, VOC, EMDR, Selbstwirksamkeit, Installation.
Posttraumatische Belastungsstörung
Definition: Die posttraumatische Belastungsstörung, kurz PTBS, ist eine mögliche psychische Folge traumatischer Erfahrungen. Typische Merkmale sind Wiedererleben, Vermeidung und ein anhaltendes Gefühl gegenwärtiger Bedrohung.
Anwendung: Diagnostik, Psychotraumatherapie, EMDR, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychoedukation.
Verwandte Begriffe: Trauma, Intrusion, Vermeidung, Hyperarousal, komplexe PTBS.
Psychotraumatologie
Definition: Psychotraumatologie ist das Fachgebiet, das sich mit Entstehung, Diagnostik, Prävention und Behandlung psychischer Folgen traumatischer Erfahrungen beschäftigt.
Anwendung: Traumatherapie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie, Forschung, Weiterbildung.
Verwandte Begriffe: Psychotraumatherapie, Trauma, Traumafolgestörung, DeGPT, EMDR.
Q
Qualitätsentwicklung
Definition: Qualitätsentwicklung bezeichnet die kontinuierliche Verbesserung von fachlichen Standards, Strukturen und Abläufen. Sie ist besonders wichtig in Weiterbildung, Klinik und Supervision.
Anwendung: Organisationsentwicklung, Fortbildung, Supervision.
Verwandte Begriffe: Qualitätssicherung, Standard, Evaluation, Fachentwicklung.
R
Rekonsolidierung
Definition: Rekonsolidierung bezeichnet einen Gedächtnisprozess, bei dem eine bereits gespeicherte Erinnerung durch ihren Abruf vorübergehend veränderbar wird und anschließend erneut abgespeichert wird. In der Traumatherapie können belastende Erinnerungen dadurch mit neuen Informationen, Erfahrungen von Sicherheit und hilfreichen Bewertungen verbunden werden. Die Erinnerung wird dabei nicht gelöscht, sondern kann ihre gegenwärtige emotionale Belastung verlieren.
Anwendung: EMDR, Traumatherapie, Verarbeitung belastender Erinnerungen, Gedächtnisforschung, Behandlung von Traumafolgestörungen.
Verwandte Begriffe: Gedächtniskonsolidierung, Reprocessing, Traumaerinnerung, AIP-Modell, adaptive Informationsverarbeitung, EMDR.
Resilienz
Definition: Resilienz ist die psychische Widerstandskraft und die Fähigkeit, mit Belastungen umzugehen. Sie bedeutet nicht Unverletzbarkeit, sondern flexible Anpassung und Erholung.
Anwendung: Psychoedukation, Prävention, Ressourcenarbeit, Traumatherapie.
Verwandte Begriffe: Widerstandskraft, Coping, Selbstwirksamkeit, Schutzfaktoren.
Reprocessing
Definition: Reprocessing bezeichnet im EMDR die therapeutisch begleitete Weiterverarbeitung belastend gespeicherter Erinnerungen. Ziel ist nicht das Löschen einer Erinnerung, sondern ihre adaptive Integration.
Anwendung: EMDR, Traumatherapie, Behandlung belastender Erinnerungen, AIP-Modell.
Verwandte Begriffe: EMDR, Verarbeitung, AIP-Modell, DABLS, Integration.
Ressourcen
Definition: Ressourcen sind innere und äußere Stärken, die Stabilität, Entwicklung und Bewältigung unterstützen. Sie können Menschen, Fähigkeiten, Erinnerungen oder Rahmenbedingungen sein.
Anwendung: Stabilisierung, Ressourcenarbeit, Therapie, Selbstfürsorge.
Verwandte Begriffe: Schutzfaktoren, Resilienz, Sicherheit, Selbstwirksamkeit.
Ressourceninstallation
Definition: Ressourceninstallation bezeichnet das gezielte Aktivieren und Stärken hilfreicher innerer oder äußerer Ressourcen. In der EMDR-Therapie kann dies mit bilateraler Stimulation verbunden werden.
Anwendung: EMDR, Stabilisierung, Vorbereitung auf Traumaverarbeitung, Selbstwirksamkeit, Kinder- und Jugendpsychotherapie.
Verwandte Begriffe: Ressourcen, EMDR, Installation, sicherer Ort, Selbstwirksamkeit.
S
Schnelle Hilfen
Definition: Schnelle Hilfen sind frühzeitige psychosoziale und psychotherapeutische Unterstützungsangebote nach einem belastenden oder potenziell traumatischen Ereignis. Ziel ist es, Sicherheit, Orientierung und Stabilisierung zu fördern, akute Belastungsreaktionen aufzufangen und Betroffene sowie ihre Bezugspersonen bedarfsgerecht weiter zu begleiten. Im Rahmen des SGB XIV können Schnelle Hilfen Teil der Versorgung von Betroffenen von Gewalttaten sein.
Anwendung: Akutversorgung, Psychotraumatologie, Kinderschutz, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Krisenintervention, Opferhilfe, interdisziplinäre Versorgung.
Verwandte Begriffe: Krisenintervention, Stabilisierung, Psychotraumatherapie, SGB XIV, Trauma, Belastungsreaktion, Kinderschutz, Barnahus, Childhood-Haus.
Passendes Angebot: Schnelle Hilfen
Selbstwirksamkeit
Definition: Selbstwirksamkeit ist das Vertrauen in die eigene Fähigkeit, etwas beeinflussen oder bewältigen zu können. Sie ist ein wichtiger Schutzfaktor in der psychischen Entwicklung.
Anwendung: Traumatherapie, Ressourcenarbeit, Pädagogik, Beratung.
Verwandte Begriffe: Kompetenz, Handlungsspielraum, Resilienz, Autonomie.
Selbstfürsorge
Definition: Selbstfürsorge umfasst Handlungen und Rahmenbedingungen, die körperliche und psychische Gesundheit, Erholung und professionelle Belastbarkeit unterstützen. Im beruflichen Kontext ersetzt Selbstfürsorge keine angemessenen Arbeitsbedingungen oder strukturelle Verantwortung.
Anwendung: Supervision, Prävention, Stressregulation, berufliche Gesundheit, Traumaarbeit.
Verwandte Begriffe: Psychohygiene, Resilienz, Stressregulation, Sekundärtraumatisierung, Supervision.
Sekundärtraumatisierung
Definition: Sekundärtraumatisierung bezeichnet traumabezogene Symptome, die durch wiederholte indirekte Konfrontation mit den traumatischen Erfahrungen anderer Menschen entstehen können. Besonders gefährdet können Fachpersonen in helfenden Berufen sein.
Anwendung: Supervision, Prävention, Kinderschutz, Traumatherapie, Teamfürsorge.
Verwandte Begriffe: Mitgefühlserschöpfung, Psychohygiene, Selbstfürsorge, Supervision, berufliche Belastung.
Sexualisierte Gewalt
Definition: Sexualisierte Gewalt umfasst sexuelle Handlungen, Grenzverletzungen oder Ausbeutung, die gegen den Willen einer Person oder unter Ausnutzung von Abhängigkeit, Macht oder mangelnder Einwilligungsfähigkeit erfolgen. Kinder können aufgrund ihres Entwicklungsstandes sexuellen Handlungen mit Erwachsenen nicht wirksam zustimmen.
Anwendung: Kinderschutz, Diagnostik, Traumatherapie, Jugendhilfe, interdisziplinäre Versorgung.
Verwandte Begriffe: Kinderschutz, Barnahus, Childhood-Haus, Traumafolgen, technologiegestützte sexualisierte Gewalt.
Sicherer Ort
Definition: Der sichere Ort ist eine imaginative oder symbolische Übung, bei der eine möglichst beruhigende und geschützte Vorstellung entwickelt wird. Nicht alle Menschen erleben innere Bilder als hilfreich; die Übung muss deshalb individuell angepasst werden. Wohlfühlort umfasst alle Grundbedürfnisse nach Grawe.
Anwendung: Stabilisierung, EMDR, Ressourcenarbeit, Kinder- und Jugendpsychotherapie.
Verwandte Begriffe: Ressourceninstallation, Sicherheit, Imagination, EMDR, Stabilisierung.
Spezielle Psychotraumatherapie mit Kindern und Jugendlichen
Definition: Spezielle Psychotraumatherapie mit Kindern und Jugendlichen bezeichnet eine qualifizierte psychotherapeutische Spezialisierung für die Diagnostik und Behandlung traumatisierter junger Menschen. Das DeGPT-Curriculum definiert hierfür fachliche Weiterbildungsstandards.
Anwendung: Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Traumatherapie, Fachweiterbildung, Zertifizierung.
Verwandte Begriffe: DeGPT-Curriculum, Psychotraumatologie, Traumatherapie Kinder und Jugendliche, Diagnostik, Supervision.
Passendes Angebot: DeGPT Curriculum.
Stabilisierung
Definition: Stabilisierung umfasst alle Maßnahmen, die Sicherheit, Orientierung und innere Balance fördern. Sie ist oft der erste Schritt vor einer traumatherapeutischen Verarbeitung.
Anwendung: Traumatherapie, EMDR, Krisenintervention, Kinder- und Jugendtherapie.
Verwandte Begriffe: Sicherheit, Ressourcen, Regulation, Entspannung.
Stressorbasierter Ansatz
Definition: Der stressorbasierte Ansatz richtet den therapeutischen Blick nicht ausschließlich auf eine Diagnose oder einzelne Symptome, sondern auf belastende Erfahrungen und aktuell wirksame Stressoren, die mit den Beschwerden einer Person verbunden sein können. Dabei werden auch frühere Erfahrungen, subjektive Bedeutungen, dysfunktional gespeicherte Erinnerungen, Bewältigungsstrategien und vorhandene Ressourcen in die Fallkonzeption und Behandlungsplanung einbezogen. Der Begriff wird nicht in allen psychotherapeutischen Schulen einheitlich verwendet.
Anwendung: Psychotraumatologie, EMDR, Fallkonzeption, Diagnostik, Behandlungsplanung, Traumatherapie mit Kindern und Jugendlichen.
Verwandte Begriffe: Stressor, belastende Lebenserfahrung, AIP-Modell, Traumaerinnerung, Coping, Ressourcen, Fallkonzeption.
Stressregulation
Definition: Stressregulation bezeichnet Methoden und Prozesse, mit denen Stress, Anspannung und Übererregung reduziert werden. Sie ist ein zentrales Ziel in Therapie und Prävention.
Anwendung: Traumatherapie, Achtsamkeit, Stabilisierung, Psychoedukation.
Verwandte Begriffe: Arousal, Selbstregulation, Entspannung, Nervensystem.
SUD
Definition: SUD steht für „Subjective Units of Disturbance“ und bezeichnet eine subjektive Einschätzung der aktuellen Belastung. Im EMDR wird häufig eine Skala von 0 bis 10 verwendet.
Anwendung: EMDR, Verlaufskontrolle, Reprocessing, Behandlungsplanung.
Verwandte Begriffe: EMDR, VOC, Target, Belastung, Reprocessing.
Supervision
Definition: Supervision ist die professionelle Reflexion von Fällen, Rollen und Prozessen. Sie unterstützt fachliche Sicherheit, Perspektivwechsel und Qualität.
Anwendung: Weiterbildung, Fallarbeit, Teams, Traumatherapie.
Verwandte Begriffe: Fallsupervision, Gruppenreflexion, Fachberatung, Intervision.
Passendes Angebot: Supervision.
T
Target
Definition: Als Target wird im EMDR eine konkrete Zielerfahrung bezeichnet, die therapeutisch bearbeitet werden soll. Dazu gehören unter anderem ein Erinnerungsbild, eine negative Kognition, Gefühle, Körperempfindungen und die subjektive Belastung.
Anwendung: EMDR, Behandlungsplanung, Fallkonzeption, Reprocessing.
Verwandte Begriffe: EMDR, SUD, VOC, negative Kognition, Erinnerung.
Technologiegestützte sexualisierte Gewalt
Definition: Technologiegestützte sexualisierte Gewalt umfasst Formen sexualisierter Gewalt, die digitale Medien oder Technologien einbeziehen. Dazu können unter anderem Grooming, bildbasierte Gewalt, Erpressung oder die Herstellung und Verbreitung von Missbrauchsdarstellungen gehören.
Anwendung: Kinderschutz, Traumatherapie, Prävention, Jugendhilfe, interdisziplinäre Versorgung.
Verwandte Begriffe: sexualisierte Gewalt, Online-Grooming, Kinderschutz, digitale Gewalt, Traumafolgen.
Toleranzfenster
Definition: Das Toleranzfenster beschreibt einen Bereich emotionaler und körperlicher Aktivierung, in dem Wahrnehmen, Denken, Lernen und soziale Kontaktaufnahme ausreichend möglich bleiben. Außerhalb dieses Bereichs können Übererregung oder Untererregung auftreten.
Anwendung: Psychoedukation, Traumatherapie, EMDR, Stabilisierung, Arbeit mit Kindern und Jugendlichen.
Verwandte Begriffe: Window of Tolerance, Hyperarousal, Hypoarousal, Arousal, Regulation.
Trauma
Definition: Trauma bezeichnet eine extrem belastende Erfahrung, die die Verarbeitung, Sicherheit und Selbstwahrnehmung beeinträchtigen kann. Die Folgen können kurzfristig oder langfristig auftreten.
Anwendung: Traumatherapie, Psychoedukation, Diagnostik, Weiterbildung.
Verwandte Begriffe: Traumafolgen, Belastung, Trigger, Verarbeitung.
Traumaerinnerung
Definition: Eine Traumaerinnerung kann in Form von Bildern, Gedanken, Gefühlen, Körperempfindungen oder Handlungsimpulsen auftreten. Sie kann sich fragmentiert oder besonders gegenwärtig anfühlen.
Anwendung: Traumatherapie, EMDR, Diagnostik, Psychoedukation, Stabilisierung.
Verwandte Begriffe: Traumagedächtnis, Intrusion, Flashback, Trigger, Reprocessing.
Traumafolgestörung
Definition: Traumafolgestörung ist ein Oberbegriff für psychische Beschwerden oder Erkrankungen, die nach traumatischen Erfahrungen auftreten können. Dazu gehören unter anderem PTBS, komplexe PTBS, dissoziative Symptome, Angst, Depression und Störungen der Emotionsregulation.
Anwendung: Diagnostik, Psychotraumatherapie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, EMDR, Psychoedukation.
Verwandte Begriffe: PTBS, komplexe PTBS, Dissoziation, Trauma, Psychotraumatologie.
Traumagedächtnis
Definition: Traumagedächtnis beschreibt die besondere Speicherung und Aktivierung von Erinnerungen an extrem belastende Erfahrungen. Erinnerungsanteile können stark mit Sinneseindrücken, Gefühlen und Körperreaktionen verbunden sein.
Anwendung: Psychoedukation, Traumatherapie, EMDR, Fallkonzeption, Diagnostik.
Verwandte Begriffe: Traumaerinnerung, Intrusion, AIP-Modell, Trigger, Reprocessing.
Traumapädagogik
Definition: Traumapädagogik überträgt psychotraumatologisches Wissen in pädagogische Arbeitsfelder. Sie unterstützt Fachkräfte dabei, belastungsbedingtes Verhalten zu verstehen und sichere, verlässliche sowie entwicklungsfördernde Rahmenbedingungen zu gestalten.
Anwendung: Jugendhilfe, Schule, Wohngruppen, Kinderschutz, interdisziplinäre Fortbildung.
Verwandte Begriffe: Pädagogik, sicherer Ort, guter Grund, Co-Regulation, traumasensible Haltung.
Kooperationspartnerin von KST-Traumahilfe: Traumastudio.
Traumasensible Haltung
Definition: Eine traumasensible Haltung berücksichtigt, dass auffälliges Verhalten eine verständliche Reaktion auf frühere oder gegenwärtige Belastungen sein kann. Sie verbindet Sicherheit, Transparenz, Beteiligung, Ressourcenorientierung und fachliche Grenzen.
Anwendung: Psychotherapie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Jugendhilfe, Schule, Kinderschutz, Klinik.
Verwandte Begriffe: Traumapädagogik, guter Grund, Partizipation, Sicherheit, Co-Regulation.
Traumasensible Versorgung
Definition: Traumasensible Versorgung gestaltet Strukturen, Kommunikation und Behandlung so, dass Belastungsfolgen berücksichtigt und vermeidbare Retraumatisierungen reduziert werden. Sie setzt fachliche Qualifikation, Sicherheit, Transparenz und interdisziplinäre Zusammenarbeit voraus.
Anwendung: Kliniken, Praxen, Jugendhilfe, Kinderschutz, Barnahus, Childhood-Häuser.
Verwandte Begriffe: Psychotraumatologie, Kinderschutz, interdisziplinäre Zusammenarbeit, Retraumatisierung, traumasensible Haltung.
Passendes Angebot: Weiterbildung.
Traumatherapie Kinder und Jugendliche
Definition: Traumatherapie für Kinder und Jugendliche ist auf Entwicklungsstand, Familiensystem und Belastungsgeschichte junger Menschen abgestimmt. Sie berücksichtigt Sprache, Beziehung und Sicherheit besonders stark.
Anwendung: EMDR KJ, Kinder- und Jugendpsychotherapie, Traumapädagogik.
Verwandte Begriffe: EMDR KJ, Bindung, Co-Regulation, Entwicklung.
Passendes Angebot: Traumatherapie KJ.
trauma.help
Definition: trauma.help ist das Angebot des Deutschen Traumakompetenznetzes e. V. Der gemeinnützige Verein verfolgt das Ziel, die spezialisierte interdisziplinäre Versorgung traumatisierter Kinder und Jugendlicher zu verbessern. Dazu stellt trauma.help auf einer geschützten Plattform Fachwissen, Materialien und Möglichkeiten zum fachlichen Austausch bereit.
Anwendung: Vernetzung von Traumatherapeut:innen, interdiziplinäre Vernetzung, Wissenstransfer, Versorgung traumatisierter Kinder und Jugendlicher, Supervision, Selbstfürsorge, fachlicher Austausch.
Verwandte Begriffe: Traumatherapie Kinder und Jugendliche, Psychotraumatologie, Fachnetzwerk, Videosupervision, Kinderschutz, interdisziplinäre Zusammenarbeit.
Trigger
Definition: Trigger sind Auslöser, die intensive emotionale oder körperliche Reaktionen hervorrufen können. Sie stehen häufig in Zusammenhang mit früheren belastenden Erfahrungen.
Anwendung: Psychoedukation, Traumatherapie, Stabilisierung, Selbstverständnis.
Verwandte Begriffe: Flashback, Reiz, Auslöser, Trauma.
U
Überforderung
Definition: Überforderung entsteht, wenn Anforderungen die verfügbaren Ressourcen übersteigen. Sie kann zu Rückzug, Stress oder Dysregulation führen.
Anwendung: Stressregulation, Krisenintervention, Prävention.
Verwandte Begriffe: Belastung, Overwhelm, Erschöpfung, Dysregulation.
Unterstützungssystem
Definition: Ein Unterstützungssystem umfasst Menschen, Einrichtungen und Strukturen, die in schwierigen Situationen entlasten. Es ist ein wichtiger Schutzfaktor in der Versorgung.
Anwendung: Jugendhilfe, Klinik, Kooperation, Fallarbeit.
Verwandte Begriffe: Hilfesystem, Vernetzung, Sicherheit, Schutzfaktoren.
V
Verarbeitung
Definition: Verarbeitung ist der psychische Prozess, in dem Erfahrungen eingeordnet, integriert und emotional bearbeitet werden. Traumatherapie unterstützt diesen Prozess in sicherem Rahmen.
Anwendung: EMDR, Traumatherapie, Psychoedukation, Behandlung.
Verwandte Begriffe: Integration, Reprocessing, Erinnerung, Trauma.
Vermeidung
Definition: Vermeidung ist eine Schutzreaktion, bei der belastende Gedanken, Gefühle, Orte oder Themen gemieden werden. Kurzfristig entlastet sie, langfristig kann sie Probleme aufrechterhalten.
Anwendung: Psychoedukation, Traumatherapie, Verhaltensanalyse.
Verwandte Begriffe: Schutzreaktion, Trigger, Bewältigung, Dissoziation.
VOC
Definition: VOC steht für „Validity of Cognition“ und beschreibt im EMDR, wie stimmig sich eine positive Kognition aktuell anfühlt. Die Einschätzung erfolgt üblicherweise auf einer Skala von 1 bis 7.
Anwendung: EMDR, Installation, Behandlungsverlauf, Reprocessing.
Verwandte Begriffe: Positive Kognition, SUD, EMDR, Installation, Target.
Vortrag
Definition: Ein Vortrag ist ein Format zur fachlichen Wissensvermittlung an Gruppen oder Fachpublikum.
Anwendung: Weiterbildung, Fortbildung, Inhouse-Schulung, Öffentlichkeitsarbeit.
Verwandte Begriffe: Seminare, Fortbildung, Workshop, Wissensvermittlung.
Passendes Angebot: Vorträge
W
Wahrnehmung
Definition: Wahrnehmung ist das Erfassen von äußeren Reizen und inneren Zuständen. Sie ist die Grundlage für Orientierung, Achtsamkeit und Selbststeuerung.
Anwendung: Achtsamkeit, Körperarbeit, Psychoedukation, Traumatherapie.
Verwandte Begriffe: Innenwahrnehmung, Körperwahrnehmung, Orientierung, Aufmerksamkeit.
Weiterbildung
Definition: Weiterbildung bezeichnet die fachliche Vertiefung und Spezialisierung nach der Grundausbildung. Sie erweitert Wissen, Methodenkompetenz und Handlungssicherheit.
Anwendung: EMDR, Traumatherapie, Supervision, Zertifizierung.
Verwandte Begriffe: Fortbildung, Curriculum, Ausbildung, Fachqualifikation.
Passendes Angebot: KST-Traumahilfe
Window of Tolerance
Definition: Window of Tolerance ist die englische Bezeichnung für das Toleranzfenster. Gemeint ist ein Bereich der Aktivierung, in dem eine Person Gefühle wahrnehmen und zugleich ausreichend denken, lernen und in Beziehung bleiben kann.
Anwendung: Traumatherapie, Psychoedukation, EMDR, Stressregulation, Kinder- und Jugendpsychotherapie.
Verwandte Begriffe: Toleranzfenster, Hyperarousal, Hypoarousal, Regulation, Arousal.
Workshop
Definition: Ein Workshop ist ein interaktives Fortbildungsformat, in dem Fachwissen mit praktischen Übungen, Fallarbeit oder gemeinsamer Reflexion verbunden wird.
Anwendung: Fortbildung, Inhouse-Schulung, Psychotraumatologie, EMDR, Kinderschutz.
Verwandte Begriffe: Seminar, Fachvortrag, Weiterbildung, Praxistraining, Inhouse-Schulung.
Passendes Angebot: Workshops
X
Y
Yoga
Definition: Traumasensibles Yoga passt Übungen, Sprache und Rahmenbedingungen gezielt an die Bedürfnisse von Menschen mit traumatischen Erfahrungen an und fördert Selbstwahrnehmung, Selbstbestimmung sowie ein Gefühl von Sicherheit.
Anwendung: Entspannung, Stabilisierung, Stressregulation, Selbstfürsorge.
Verwandte Begriffe: Achtsamkeit, Körperarbeit, Atmung, Zentrierung.
Z
Zertifizierung
Definition: Eine Zertifizierung bestätigt, dass festgelegte fachliche Anforderungen erfüllt wurden. Je nach Qualifikation können dazu Weiterbildungsstunden, Supervision, dokumentierte Behandlungen, Leistungsnachweise und ein Abschlusskolloquium gehören.
Anwendung: DeGPT-Curriculum, EMDR-Weiterbildung, Fachqualifikation, Qualitätssicherung.
Verwandte Begriffe: Curriculum, Weiterbildung, EMDR Europe, EMDRIA Deutschland, DeGPT.
Passendes Angebot: zertifizierte Weiterbildungen
